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St. Andrews Light

18-20.11.2007
Melbourne Airport, Terminal 3, Gate 6

(Hochgeladen am 24.11., habe keine Online-Verbindung in Tasmanien gehabt)

In Eden bzw. Lakes Entrance habe ich zwei Tage verbracht und auch das obligatorische Golftouristen-Foto machen können, also „Götz im Vordergrund, einige nicht weniger dümmlich dreinschauende Kangaroos im Hintergrund“. Golferisch habe ich mich langsam an die krasse Zeitumstellung gewöhnt. In Lakes Entrance, einem bekannten Küstenstädtchen, das zwischen Binnenseen und der Meeresküste liegt, kam ich dann endlich erstmals in Australien auch wieder unter 80 (79), und das auf einem wirklich nicht einfachen Platz mit Links-Charakter (Platz 75/ Top 100, 15 € Greenfee).

Gestern, am 19.11. fuhr ich von Lakes Entrance nach Melbourne, besser gesagt zum Victoria Golf Club, der sich auf Platz 10 der Top 100 befindet und auf dem schon zweimal die Australian Open ausgetragen wurden. Der Platz ist sprichwörtlich auf Sand gebaut und ist eine einzige Hommage an St.Andrews. Unzählige Topfbunker, raues Gelände und blitzschnelle Grüns dafür allerdings relativ wenig Länge sind die Hauptmerkmale, meine 82 beinhaltete wenigstens 40 Putts, was mich ziemlich ärgerte, denn das lange Spiel ist endlich wieder auf dem Niveau, wie ich es in den letzten Monaten kannte. Die knapp 40° Celsius auf dem Platz mögen eine Entschuldigung für das grausame Putten sein, dafür gab es hier deutlich weniger Fliegen.

Die Einladung, in dem Clubhaus-Hotel zu übernachten schlug ich aus, denn der Flughafen, von dem aus ich am 20. November in Richtung Hobart, Tasmanien fliege, liegt über eine Autostunde entfernt und das wäre mir morgen (heute) früh einfach zu knapp.

 

Dieser Road Trip ist, wie ich im Vorfeld betont habe, für mich eher eine Sache des inneren Geschehens. Viele der Ereignisse oder Erkenntnisse der Reise kann ich deshalb nicht einfach in diesen Blog einbinden, dazu sind sie einfach zu privat bzw. kaum verbal auszudrücken. Golf und Autofahren sind nur der Katalysator, um eine Reise ins Ich zu unternehmen. Das dies nicht immer angenehm sein muss, war mir vorher schon klar gewesen.

Das teilweise recht einsame Umherreisen drückte mir zuweilen schon etwas auf die Stimmung, was angesichts des tollen Wetters in Deutschland etwas undankbar erscheinen mag. Diese Art des völligen Solo-Trippens ohne Agenda ist definitiv nicht „my cup of tea“. Es mag sich theoretisch recht abenteuerlich und reizvoll anhören und für manchen Zeitgenossen auch die optimale Art des Reisens sein, ich bin der Kurzzeit-Freundschaften, der täglich wechselnden Hotels und Motels sowie des Gefühls, immer etwas verpasst zu haben schnell leid geworden. Allerdings scheint die höhere Macht, die ihre schützende Hand über mich hält, alles tun zu wollen, um mir meinen Trip so angenehm wie möglich zu gestalten. Bislang habe ich immer ein optimales Motel für wenig Geld gefunden, jeder Golfplatz den ich ohne Plan angesteuert habe, war ganz objektiv laut  Golf Digest Australien der beste Platz der jeweiligen Region, hatte ich Appetit auf Thai-Küche oder einen guten Inder fand ich sofort Restaurants in der verlassenen Einöde, die meist auch noch auf irgendeiner Top-Liste vertreten waren und unglaublich leckschmeckriges Essen zu servieren wussten. Suche ich in einer Kleinstadt nach einem gemütlichen Frühstückscafe, einem vegetarischen Restaurant oder einer Bar mit deutschem Bier, in der die Qualifikation zur Fußball-EM laufen sollte, ich stolpere quasi im nächsten Augenblick hinein. Das auf den meisten Hotelzimmer-TVs sogar noch „Deutsche Welle“ lief, empfand ich dann letztlich doch als leicht übertrieben.

Diese kleinen aber seltsamen Fügungen gingen und gehen zuweilen so weit, dass ich an einem Abend im Zimmer saß und aus irgendeinem Grund über den Film „Lady in the Water“ von M. Night Shayalalarifari nachdachte. Einige Minuten später schaltete ich den Fernseher ein und genau wie das Sportstudio in Dubai fing just gerade in diesem Augenblick der Film an. Hallo? Wie geht das denn?

Das empfand ich als genauso bizarr wie meinen Spaziergang in der Innenstadt von Melbourne. Ich hatte meinen Gedanken, „...ich würde gerne einen DVD-Laden finden...“ kaum zu Ende gedacht, da materialisierte sich ein gigantischer Virgin Megastore keine 50 Meter von mir entfernt, der auch noch genau den Film führte, von dem ich am Vortag erst in einem Magazin gelesen hatte. Dann wollte ich gerne den Platz wiederfinden, an dem Rabea und ich 2002 gewesen waren und eine besondere Jacke gekauft hatten, natürlich stand ich schon drauf, nur auf der anderen Straßenseite.

Ich buche deshalb auch nichts mehr im Voraus, da ich jetzt wirklich gespannt bin, ob mein Reiseglück in dieser Form anhält. Später werde ich beim Royal Melbourne Golf Club anrufen und checken, ob ich dieses Augusta Australiens spielen darf, wenn ich hier auch noch eingeladen werde, kaufe ich mir umgehend ein Lotterie-Ticket!

Heute morgen sitze ich am Flughafen Melbourne und schreibe diesen Text auf meinen vom Laptop nun gut gewärmten Knien. Die nächsten sechs Tage werde ich durch Tasmanien streifen, der Insel, die angeblich sehr stark an mein geliebtes Neuseeland erinnern soll. Deshalb werde ich meine Golfaktivitäten hier etwas zurückschrauben und stattdessen den einen oder anderen Natur-Treck mitmachen. Ich beabsichtige, einmal um die Insel herum zu fahren und habe mir bei der Mietwagenfirma extra wieder ein Heckspoiler-Monster bestellt, wie ich es in den letzten Tagen gefahren bin. Vielleicht kaufe ich mir irgendwo noch einen Fuchsschwanz...

Bis dahin!

24.11.07 00:06
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Torsten (24.11.07 11:37)
Moin Götz,

das hört sich ja alles wie die "Magical Mystery Tour" an. 1 A !!!

Bis bald auf einen Abschlag aus dem Jugendzentrum

T.

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