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Der Herr der Fliegen

Sydney – Ulladulla – Eden – Lakes Entrance
15.-17.November 2007
Bellevue Motel Lakes Entrance
 

Wo waren wir? Zuletzt befand sich der Held unserer Reise auf einem Links-Platz vor den Toren Sydneys und fuhr dann in Richtung Melbourne weiter. Australische Landstraßen sind eng, kurvenreich und die ersten Kangaroos, die ich gesehen habe, fielen leider unter die Kategorie „Roadkill“.

 

Den Ort Ulladulla kenne ich noch von meiner ersten Autralien-Reise 2002. Es ist ein kleines schönes Städtchen am Meer ohne großartigen Wiedererkennungswert außer dem lustigen Namen, der sich unvergesslich im passiven Hintergrundgedächtnis ablegt. Der Road Trip wurde dank Lele großartiger Soundtrack-Vorselektion während der Golf-WM in Myrtle Beach von Klängen der „Fetten Beats“ sowie der grandiosen Band „Me 1st & the Gimmie Gimmies“ untermalt, trotzdem schlug mir der Anblick eines gerade spektakulär von einem riesigen Truck dahingemetzelten ausgewachsenen Beutelhüpfers massiv auf die Laune. In Ulladulla wählte ich deshalb eine im Verhältnis zu den bislang kennen gelernten Motels dekadente Unterkunft, die Bannisters Lodge mit Whirlpool im Zimmer und Wellness-Oase.

 Der Spaß kostete in der Nebensaison keine 100 € und der angrenzende Golfplatz Mollymook GC, den ich rein zufällig ausgemacht hatte, befindet sich zudem in der Top 100 der besten Aussie-Plätze auf Rang 97 und kostete ganze 12 € Greenfee (da fragt man nicht mehr nach einem Freispiel)!

 

eines sumpfigen Waldgebietes begegnet man auf den hügeligen und engen Spielbahnen sehr großen Eidechsen, enorm fetten Spinnen und völlig überdrehte und unglaublich aggressive Fliegenschwärme, die wohl die erstgenannten Kreaturen sehr gut zu ernähren scheinen. Da ich erst nach drei Bahnen auf ein paar Locals stieß, musste ich bis dahin völlig ungeschützt gegen einen gigantischen Fliegenschwarm kämpfen, der quasi sekündlich anschwoll. Man kann es sich nur schwer vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Es ist in etwa so, als würde man als Tokio Hotel verkleidet während der großen Pause im Schulhof einer Mädchenschule abgeseilt werden, nur dass es eben widerliche Fliegen und keine in Clerasil-Wolken gehüllte Teenager sind, die einem zu Leibe rücken. Die Einheimischen halfen mir mit einem Mittel aus, dass so aggressiv war, dass es sogar den Aufdruck der Golfbälle wegätzte, die Fliegen ließen sich davon jedoch allenfalls marginal ausbremsen und nach einer halben Stunde muss man das Spray erneut auftragen. (Der Viertelliter Autan, den ich zudem über mich gegossen habe, hat die Viecher eher zu Beifallsstürmen hingerissen).

Falls sich jemand fragt, was mit der Ozonschicht über Australien passiert ist, ich habe die Antwort. Jeder Aussie benutzt dieses treibgashaltige Rattengift exzessiv an Kleidung und Extremitäten. Angesichts der biblischen Fliegenplage im November und Dezember wird hier überall exzessiver gesprayt als in der Garderobe von Mötley Crüe vor einem Konzert.

Gutes Golf kann man dank der nervigen Insekten genauso vergessen wie vegetarische Lebensgewohnheiten. Wer hier staunend mit offenem Mund herumsteht, kann sich wenigstens das Mittagessen weitestgehend sparen...

Samstag hatte ich großes Glück. Ich bemerkte, dass ich mich mit der Entfernung leicht verschätzt, denn meine nächste Station Lakes Entrance befand sich doch noch über 350 Kilometer südlich und auf vier Stunden Autofahrt hatte ich angesichts des perfekten Wetters keine Lust. Der einzige Golfplatz auf meiner Route befand sich in einem nahe gelegenen Örtchen namens Eden, doch dort spielte man gerade das größte Turnier des Jahres, die Eden Open, weshalb der Platz für Besucher eigentlich geschlossen war. Ich erschien als das 140-Mann-Turnier schon voll im Gange war im Büro des Clubs. Ohne große Hoffnung fragte ich nach, ob ich vielleicht noch mitspielen könnte. In Deutschland wäre diese Anfrage völlig aussichtslos, da man hier am Tag vor einer großen Veranstaltung die Meldelisten zumacht und gut ist es. Aber in Australien wird alles etwas lockerer gesehen und schnell kritzelte der Spielführer auf das große Plakat über die Aufschrift „Eden Open“ ein „International“ und ich war dabei. Natürlich befindet sich auch der Eden Garden unter den besten Plätzen des Landes,  irgendwie scheine ich für so etwas ein Händchen zu haben, gibt’s doch in Australien und Tasmanien fast 1000 Anlagen.  Der Platz ist ein schöner Parkland-Kurs mit viel Wasser, elend schnellen Grüns und einer wirklich beeindruckenden Kangaroo-Dichte. (Mache hier Schluss wg. akuter Müdigkeit, Fortsetzung folgt).

 

  

18.11.07 11:18
 


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